15. Juli 2008  

  Schweinefabrik der Landwirtschaftsschule in Giswil

In der Ausgabe VN 08-2 vom Juli 2008 der Zeitschrift VgT-Nachrichten wurde über üble Tierfabriken im Kanton Obwalden berichtet. Wie erst nachträglich bekannt wurde, gehört eine davon zur kantonalen Landwirtschaftsschule in Giswil (BWZ). Verantwortlich für den landwirtschaftlichen Betrieb sind Prorektor Richard Brücker, der auch nahe beim Schweinestall wohnt, sowie Betriebsleiter Moritz Koller, der auch Präsident der "IG Schwein Obwalden" ist.


Schweinestall der kantonalen Landwirtschaftsschule am Hunwilerweg in Giswil

Aufnahmen vom Juni 2008:

Die gesetzlich vorgeschriebene Stroheinstreu fehlt. Nicht einmal ein bisschen Stroh mögen diese Agro-Bürokraten einem säugenden Muttertiere gönnen. Pure Faulheit.

Mutterschweine haben einen starken angeborenen Trieb, vor dem Abferkeln ein Nest zu bauen. Dieser Antrieb ist hormonell gesteuert und kann bei Unterdrückung zu Stress-Leiden und zu einem verzögerten Geburtsablauf führen. Dies tritt ein, wenn im einstreulosen Stall kein Nestmaterial verfügbar ist. Ich habe ein Mutterschwein gesehen, wie es in einer solchen Situation, kurz vor der Geburt, auf dem nackten Zementboden Nestbaubewegungen ausgeführt hat.

 Darum verlangt Artikel 23 Absatz 2 der Tierschutzverordnung:

Einige Tage vor dem Abferkeln ist ausreichend Langstroh oder zum Nestbau geeignetes Material und während der Säugezeit ausreichend Einstreu in die Bucht zu geben.

Die Richtlinie des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) zur Schweinehaltung umschreibt den Zweck der Einstreu entsprechend dem heutigen Stand der wissenschaftlichen Forschung zutreffend wie folgt:

Langstroh oder anderes Material ist dann zum Nestbau geeignet, wenn es folgende Verhaltenselelemente des Nestbaus ermöglicht: Ausmulden mit dem Rüssel, Einscharren mit den Vorderläufen, Sammeln und Eintragen von Nestbaumaterial. Neben Langstroh ist zum Beispiel Altheu oder Riedgras geeignet. Nicht geeignet sind Materialien wie Hobelspähne, Sägemehl, Zeitungsschnitzel oder Strohhäcksel.

In der Enge und extremen Eintönigkeit der Tierfabriken ist diese Vorschrift von grosser Bedeutung für das Wohlbefinden der Muttertiere beim Gebären und beim Säugen der Jungen.


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